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Migräne - Was kann ich dagegen tun?

Ich würde ja wirklich gerne behaupten dass es das alleinige Wundermittel gibt. Ich konnte es allerdings in den letzten fast 40 Jahren nicht finden.

Dennoch konnte ich einige Erfahrungen sammeln, die ich dir liebe Leserin natürlich nicht vorenthalten möchte.

 

Das Hauptaugenmerk einer erfolgreichen Migränebehandlung sollte in jedem Fall auf der Prophylaxe liegen.

 

Was du selbst dafür tun kannst:

- regelmäßiges Ausdauertraining, am besten in frischer Luft

- Entspannungsübungen

- Kopfschmerztagebuch führen um deine Gewohnheiten festzuhalten, vielleicht lässt sich ein Muster erkennen

- Entsäuerung durch basische Ernährung, Basenbäder, etc.

- Vermeidung deiner Triggerfaktoren

- Fastfood verbannen

- Clean eating

- an deinem Stressmanagement arbeiten

- einen balancierten Schlafrhythmus etablieren

- auf eine ausgeglichene Verdauung achten

 

Bahnt sich trotz aller prophylaktischen Bemühungen ein Anfall an, sollte man so schnell wie möglich nach einer Möglichkeit suchen sich zurückzuziehen. Medikamente nur nach ärztlicher Anordnung zum richtigen Zeitpunkt einnehmen. Dein behandelnder Neurologe wird dir das für dich richtige Medikament verschreiben. Bitte keine Selbstversuche mit z.B. Triptanen weil das vielleicht deiner Freundin so gut hilft. Es gibt verschiedene Arten der Migräne und unter Umständen kann ein Triptan völlig verkehrt sein!

 

Folgende Hausmittel kannst du im Anfall versuchen: 

- Auftragen von hochwertigem Pfefferminzöl (verdünnt mit einem Trägeröl) auf die Schläfen bzw. auf die Stirn

- kalte Umschläge auf Stirn auflegen

- Schafgarbentee (kann auch prophylaktisch getrunken werden)

- Ruhig und gleichmäßig atmen

- Einnahme von Magnesium

 

Auch bei Hausmitteln bitte immer eventuelle Unverträglichkeiten oder Allergien beachten. Bei Unsicherheit auch hier vor der Anwendung immer einen Arzt befragen!

 

Triggerfaktoren: Falls du deine Auslöser kennst ist das schon mal sehr gut für dich, denn du weißt was du vermeiden musst. 

 

Folgende Triggerfaktoren kommen häufig vor:

 

Nahrungsmittel: Die bekanntesten aus der Gruppe Ernährung sind wohl Rotwein, Käse, Schokolade, Glutamate und deren Abkömmlinge wie z.B. Maltodextrin, Pökelsalz sowie sämtliche Fertigprodukte, bei manchen auch Weizen

 

Umwelt/Umstände: Wechselnder Schlafrhythmus (z.B. Schichtdienst), positiver oder negativer Stress, Wetter (es gibt meines Erachtens kein typisches Migränewetter, jedoch trifft es mich häufig im Winter bei Kälte mit Sonnenschein), Zyklus/Periode, hormonelle Verhütungsmittel sowie Medikamente die in den Hormonhaushalt eingreifen, ungewohnte körperliche Aktivitäten (Überanstrengung)

 

Auch wenn du schon lange mit deinen Anfällen lebst und ganz gut zurecht kommst, so solltest du doch in regelmäßigen Abständen Kontrollen bei einem Neurologen wahrnehmen. Eine neuerliche Untersuchung ist unbedingt notwendig wenn sich die Art des Kopfschmerzes bzw. der Ablauf oder die Häufigkeit deiner Anfälle verändert.

 

Noch etwas ganz wichtiges zum Schluss: 

Migräne hat es nicht verdient, dass du dich für sie schämst. Sprich offen darüber und erkläre wie es sich für dich anfühlt. Auch an deinem Arbeitsplatz mit deinen Kollegen und deinem Chef. Nur so kann dein Umfeld wenigstens ein Stück weit erfassen, was es bedeutet daran zu leiden.

 

Gerne bin ich dir bei der Bewältigung deiner Migräne behilflich. Lass uns gemeinsam eine für dich machbare Strategie finden. 

 

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